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MG4 · KLEVE

Navigation

Warum überhaupt ein eigenes Navigationssystem?

Ein normaler Routenplaner kennt Straßen, Geschwindigkeiten und Verkehr. Für eine längere Fahrt mit einem Elektroauto fehlt damit aber noch der entscheidende Teil: Wie viel Energie braucht dieser MG4 auf dieser Strecke, mit welcher Reserve kommt er an und wo sollte er laden, wenn das Ziel nicht sinnvoll in einem Stück erreichbar ist?

Das MG4-Kleve-Backend kannte schon vorher Fahrzeugstatus, Fahrten, Ladungen und Verbrauch. Deshalb musste die Navigation nicht mit einem pauschalen WLTP-Wert beginnen. Aus vorhandener Telemetrie, gemessener Fahrpraxis und der berechneten Strecke entstand Schritt für Schritt eine eigene EV-Logik.

Was heute während der Fahrt zusammenkommt

Der Weg: vom ersten Routing zum eigenen Stack

Valhalla: das Herzstück des heutigen Routings

Der selbst gehostete Valhalla ist mehr als ein Ersatz für eine fremde API. Er macht es möglich, Straßenrouting und die eigene EV-Logik sehr eng zu verbinden und die benötigten Routendetails reproduzierbar aus demselben Straßennetz zu beziehen.

EV-Routing: die Route wird zum Energieprofil

Nach der Straßenberechnung beginnt die MG4-spezifische Arbeit. Das Backend ermittelt aus der Strecke einen zu erwartenden Energiebedarf und leitet daraus ab, wie sich der SOC bis zum Ziel oder bis zum nächsten Ladestopp entwickeln sollte.

Ladeplanung: nicht irgendeine Säule, sondern ein sinnvoller Stopp

Erst wenn die Energieprognose zeigt, dass die gewünschte Zielreserve nicht erreicht wird, sucht die Planung nach geeigneten Ladestationen. Maximale Ladeleistung allein genügt dabei nicht.

Welche Systeme zusammenspielen

Vereinfacht sieht die Architektur so aus

Reichweite als echte fahrbare Fläche

Auch die Reichweitenansicht im Admin-Bereich nutzt inzwischen Valhalla. Statt nur einen Kreis um den Standort zu zeichnen, werden tatsächlich fahrbare Richtungen mit dem verfügbaren Energie-Budget geprüft. Die Kontur wurde von wenigen festen Richtungen zu einer adaptiven Berechnung mit typischerweise etwa 42 bis 50 energiegeprüften Grenzrichtungen weiterentwickelt.

Das ist typisch für das ganze Projekt: erst eine Funktion zum Laufen bringen, dann mit echten Daten und Fahrten prüfen und genau dort nachbessern, wo die Realität noch nicht gut genug abgebildet wird.

Planung gegen Realität

Die Navigation endet nicht mit dem Ankommen. Für über MG4 Navigation gestartete Fahrten kann die App anschließend vergleichen, wie gut Strecke, Energiebedarf und Ziel-SOC vorhergesagt wurden. So werden zu optimistische oder zu pessimistische Annahmen sichtbar und die nächsten Anpassungen können auf echten Fahrten statt auf Bauchgefühl beruhen.

Was am Ende die meiste Arbeit gemacht hat

Die großen Überschriften klingen einfach: Routing, Traffic, Laden, Android Auto. In der Praxis steckten die schwierigsten Arbeiten oft in kleinen Grenzfällen. Eine Head Unit verliert nach USB-Reconnect ihren Zustand. Beim Pan verändert Android Auto die nutzbare Kartenfläche. Eine formal mögliche Wende ist auf der Straße praktisch unsinnig. Traffic muss nicht nur empfangen, sondern auf das richtige Straßensegment gemappt werden. Ein Ladepunkt ist zwar vorhanden, aber zur geplanten Ankunftszeit geschlossen.

Deshalb entstand das Navi als lange Folge aus Testfahrt, Log-Auswertung, isoliertem Fix und erneutem Test. Gerade weil Routing, Navigation, Polling, Traffic und Ladeplanung inzwischen eng zusammenarbeiten, ist ein wichtiges Prinzip, neue Funktionen möglichst ohne Nebenwirkungen auf bereits funktionierende Bereiche einzubauen.

Das eigentliche Ziel

Nicht „noch eine Navi-App“ bauen und auch nicht Google Maps kopieren. Interessant ist die Verbindung: Das Auto liefert seinen echten Zustand, das eigene Backend kennt die bisherige Fahrpraxis, Valhalla berechnet das Straßennetz, Live-Traffic verändert die Bedingungen und die Ladeplanung setzt daraus eine komplette EV-Reise zusammen. Handy und Android Auto sind am Ende die sichtbaren Oberflächen dieses Systems.

Und genau daran wird weitergebaut: eine Navigation, die den eigenen MG4 und die dahinterliegenden Daten möglichst gut kennt.