MG4 · KLEVE
Projekt & Verfügbarkeit
Privates Hobby- und Entwicklungsprojekt
Eine berechtigte Frage: Auf dieser Website sieht man ein umfangreiches Dashboard, Apps für Handy, Android Auto und Wear OS, eine eigene Navigation und jede Menge Servertechnik. Trotzdem gibt es keinen Knopf „App herunterladen“. Das ist kein Versehen – die Website dokumentiert ein privates Technikprojekt, kein fertiges Produkt.
MG4 Kleve ist über längere Zeit Schritt für Schritt entstanden. Angefangen hat es mit Fahrzeugdaten und einem kleinen Dashboard. Daraus wurden Auswertungen, Ladeanalyse, Fernfunktionen, Android Auto, eine Wear-OS-App und schließlich ein eigenes Navigationssystem mit Energie- und Ladeplanung.
Vieles davon war für mich vorher Neuland. Gerade deshalb finde ich es spannend, nicht nur das Ergebnis zu benutzen, sondern auch zu dokumentieren, wie die einzelnen Teile zusammenarbeiten, welche Ideen funktioniert haben und wo Umwege nötig waren. Die Website ist damit auch ein öffentliches Projekttagebuch.
Vielleicht hilft die eine oder andere Idee anderen MG4-Fahrern, EV-Interessierten oder Menschen, die selbst mit Fahrzeugdaten, OpenStreetMap, Valhalla, Android Auto oder Wear OS experimentieren. Öffentlich dokumentiert bedeutet aber nicht automatisch öffentlich installierbar.
Hier soll nichts verkauft werden. Ich zeige ein System, das ich für meinen eigenen MG4 und meine eigene technische Umgebung gebaut habe und selbst weiterentwickle. Dass es inzwischen ziemlich „fertig“ aussieht, ändert an diesem Ursprung nichts.
Der Grund ist weniger die einzelne Android-App als das Gesamtsystem dahinter. Die App ist nur die sichtbare Spitze. Viele Funktionen setzen Dienste voraus, die heute auf meine eigene Installation, mein Fahrzeug und meine Konfiguration abgestimmt sind.
Eine APK allein würde einen großen Teil der Funktionen gar nicht liefern. Hinter den Oberflächen arbeitet eine ganze Kette aus Serverdiensten, Datenquellen und eigener Logik:
Planung, Kartenansicht, Fahrzeug- und Navigationsfunktionen sowie die Verbindung zum eigenen Backend.
Eigene Ansichten für das Fahrzeugdisplay, Navigation, Fahrinformationen und die Integration in die Android-Auto-Oberfläche.
Eine eigenständige Uhr-App für Fahrzeugstatus und Fernfunktionen – technisch ein weiteres Android-Projekt, das ebenfalls konfiguriert und gepflegt werden muss.
Verbindet Fahrzeugdaten, Auswertungen, Navigation, Ladeplanung, Traffic, Kartenfunktionen und die verschiedenen Clients.
Speichert Fahrten, Ladungen, Fahrzeugzustände, Tarife, Planungen und weitere historische Daten.
Ein selbst betriebener Routingdienst auf Basis von OpenStreetMap liefert Routen und viele Navigationsdetails.
Je nach Funktion kommen Karten-, Verkehrs-, Lade-, Wetter- oder andere Dienste hinzu – jeweils mit eigener Konfiguration und teilweise eigenen Zugangsdaten.
Die Fahrzeugdaten stammen aus der Umgebung des eigenen MG4. Zugangsdaten und persönliche Fahrzeuginformationen gehören selbstverständlich nicht in ein öffentliches Paket.
„Den Code hochladen“ wäre der einfache Teil. Damit andere das System wirklich sinnvoll benutzen könnten, müsste aus der heutigen persönlichen Installation eine reproduzierbare und verständlich konfigurierbare Software werden. Dazu gehören unter anderem:
Der Aufwand steckt also vor allem in der Produktisierung: Ein System, das in einer bekannten eigenen Umgebung funktioniert, muss so umgebaut werden, dass es auch in einer unbekannten Umgebung verständlich, sicher und wartbar bleibt.
Code und Beispielkonfiguration veröffentlichen, aber Installation, Server und Anpassungen bleiben Sache des Nutzers. Das wäre die kleinste und am ehesten überschaubare Variante.
Ein nachvollziehbares Setup, mit dem technisch versierte Nutzer ihre eigene Instanz betreiben können. Dafür müssten Installation, Updates, Konfiguration und Dokumentation deutlich robuster werden.
Installieren, anmelden und losfahren – ohne eigenen Server. Dafür wären Multiuser-Betrieb, sichere Konten, Skalierung, Store-Veröffentlichung, deutlich breitere Tests und dauerhafter Betrieb nötig.
Zwischen „Code zeigen“ und „für jeden zuverlässig betreiben“ liegt sehr viel Arbeit, die mit den sichtbaren Navi-Funktionen selbst nur teilweise zu tun hat.
Technisch wäre auch denkbar, einen gemeinsamen Server für viele Nutzer zu betreiben. Das wäre aber noch einmal eine andere Größenordnung. Dann müssten Fahrzeug- und Bewegungsdaten verschiedener Nutzer sicher voneinander getrennt, Zugänge verwaltet, Kapazitäten überwacht und der Dienst dauerhaft betrieben werden. Dazu kämen laufende Kosten, Backups, Updates und Support.
Für ein privates Hobbyprojekt wäre das ein großer Schritt weg vom eigentlichen Tüfteln und hin zum dauerhaften Betrieb eines Dienstes.
Ja – zumindest grundsätzlich. Eine mögliche Zwischenstufe wäre irgendwann eine Version für technisch interessierte Nutzer, bei der jeder seinen eigenen Server, seine eigenen Zugangsdaten und seine eigene Valhalla-Instanz betreibt. Damit blieben persönliche Fahrzeugdaten beim jeweiligen Betreiber und es wäre kein zentraler MG4-Kleve-Dienst nötig.
Aber auch dafür müssten Installation, Konfiguration, Updates und Dokumentation zuerst deutlich aufgeräumt und verallgemeinert werden. „Self-hosted denkbar“ ist daher keine Ankündigung und kein Terminversprechen.
Die spannende Frage ist für mich weniger, ob die einzelnen technischen Probleme lösbar wären. Viele komplizierte Bausteine funktionieren im eigenen System bereits. Die größere Frage ist, ob ich aus dem Hobbyprojekt wirklich ein Projekt machen möchte, das auch für fremde Installationen verständlich, sicher und dauerhaft wartbar sein muss.
Das ist eine andere Art von Arbeit als das Experimentieren am eigenen System: weniger „Kann ich das irgendwie bauen?“ und mehr „Kann jemand anderes es ohne mein Wissen über diese Installation zuverlässig betreiben?“. Ob ich diesen Schritt irgendwann gehe, lasse ich deshalb bewusst offen.
Im Moment bleibt MG4 Kleve ein privates Entwicklungsprojekt, das öffentlich dokumentiert wird. Einzelne Bestandteile oder eine aufbereitete Self-hosted-Version sind für die Zukunft nicht ausgeschlossen. Der Spaß am Ausprobieren, Lernen und Weiterentwickeln steht aber weiterhin vor dem Ziel, daraus ein Produkt zu machen.
Ein Projekt muss nicht als fertiger Download enden, um interessant oder nützlich zu sein. Ich möchte zeigen, was sich mit einem MG4, offenen Kartendaten, eigener Servertechnik und einer Menge Neugier bauen lässt. Die Website hält diesen Weg fest – einschließlich der Ideen, der funktionierenden Lösungen und der Dinge, an denen noch getüftelt wird.
Stand dieser Seite: August 2026. Der Funktionsumfang des Projekts entwickelt sich weiter; die Aussage zur öffentlichen Verfügbarkeit kann sich deshalb irgendwann ändern.